Die Reise nach Peru

War einst im Peruanerland,
ich bin dorthin geflogen.
In Lima, dort am Kofferband,
hats mich wieder nach Hause gezogen.

Ich stand dort einsam und allein,
alle hatten schon ihr Gepäck
wo konnte meines denn nur sein?
– Mist, mein Koffer ist weg.

Doch dann,
das Band
lief noch mal an.

Es erschien eine Hose
und darauf eine Dose,
dann meine Strümpfe, Unterhose,
meine Jacke, mein Koffer
und dann mein Schuh.
Nur ein Schuh…..
Nie wieder Peru!

Szenen einer Ehe

Schau bitte mal ins Badezimmer,
in der Dusche lässt Du immer
einfach Deine Haare liegen,
ich könnte eine Krise kriegen.
Ständig liegt von Zahnpasta
der Deckel hier, die Tube da,
und auf dem Spiegel an der Wand
habe ich mich kaum erkannt,
denn Du hast mit Deinen nassen
Fingern Spritzer hinterlassen.
Toilettenschüssel ist verschmutzt
weil Du die Bürste nie benutzt.
Auch der Mond steht wieder schief,
ich glaub ich werde depressiv.

Hummerliebe

Am helgoländer Meeresstrand
ein Hummer eine Auster fand.
Weil es im Leben alles gibt
hat spontan er sich verliebt.
Er träumte ständig, liebeskrank,
von wildem Sex auf Austernbank,
mit seiner auserwählten Muschel,
streicheln, heimliches Getuschel,
oh ja, das hätte er genossen,
doch die Auster war verschlossen.

Sport

Manch einer meint recht lang zu leben
übt er sich im Gewichte heben.
Trainiert auf einer Hantelbank
oft stunden- tage- wochenlang,
und hält trotz großem Appetit
mit Mineralwasser sich fit.

Viel Spaß dabei, ihr sportlich Streber!
(Ich halte mich an Tortenheber)

Fidel Castro

Castro tanzt in Kalahari
cha-cha-cha mit Mata Hari.
Castro hat sie ganz entzückt,
zärtlich an sein Herz gedrückt.
Bei Entfaltung seines Schniedel
stöhnte Mata: “Castro, Fidel”

Schwangerflug

Auf dem Flug von Europa nach Afrika
traf der Olaf auf Angelika.
In Liechtenstein
stiegen sie ein.
Über Moskau
war sie noch Jungfrau.
Über Wladiwostock
zupfte er sie am Rock.
Er kam
über Dar Es Salaam.
Bei der Landung in Tanger
war Angelika schwanger.
Und Olaf begriff,
als zurück sie flogen:
das mit der Jungfrau,
das war gelogen.

Bechstaben verwuchselt

Wunkel dars, der Hond schien melle,
Lee schnag auf der flünen Grur
als ein Blagen witzeschnelle
fangsam um die Ecke luhr.
Drinnen laßen stehend Seute,
veigend ins Gespräch schwertieft,
als ein hotgeschossner Tase
auf dem Bandserg Schluttschih lief.

Fliegenbienchen

Trullerus und Trullerinchen
waren kleine Fliegenbienchen,
flogen über Tal und Hügel
mit den kleinen Trullerflügel,
summten hier und brummten dort,
trullerten in einem fort,
setzten ihre Trullerbeine
mal auf Blumen, mal auf Steine.

Eines Tags sprach Trullerinchen:
“Trullerus mein liebstes Bienchen,
lass uns beide Hand in Hand,
fliegen in das Trullerland,
dort wo Milch und Honig fließt,
weil dort immer Frühling ist.
Gib mir schnell noch einen Kuss,
komm wir starten, Trullerus”.
Ja so flogen sie dahin,
Trullerland und Glück im Sinn,
liefen manchmal auch zu Fuß,
Trullera und Trullerus.

In der Sonne spann die Spinne,
über eines Baches Rinne,
sich ihr Netz, fast unsichtbar,
weil die Spinne fleißig war.

Im Morgenflug rief Trullera:
“Trullerus, das Ziel ist nah.
Dort hinter des Berges Wand,
liegt das gelobte Trullerland”.
Nachdem sie dieses ausgesprochen
hat sie sich ihr Genick gebrochen.
Sie waren in das Netz geflogen,
das die Spinne hat gezogen.
Der Traum vom schönen Trullerland,
war aus, als sie die Spinne fand.
Und die verspeiste mit Genuss
Trullera und Trullerus.

Bremer Straßencafe

Bremer Straßencafe,
italienischer Stil,
zwei junge Damen,
elegant und grazil.

Die eine groß,
die andere kleiner,
im modischen Trend
die größere feiner.

Schwiegen sich an,
tranken Kaffee.
Dann sagte die Große:
“Mir juckt es am Zeh.”

Darauf die Kleine:
”Ein Bär mit Tatzen,
der kann sich problemlos
überall kratzen”.

Gespräche von Damen
im Cafe in Bremen
sollte man meist
nicht allzu ernst nehmen.

Witzig sein

Otto Graf von Litzigsteyn
wollte einmal witzig sein.
Nahm sich eine Hundeleine,
legte sie um seine Beine,
bellte dreimal und tat kund:
“ab jetzt bin ich ein Kettenhund”.

Seit Jahren lebt von Litzigsteyn
auf seinem Schlosse ganz allein.
Einsam schlich er durch die Zimmer,
niemand hörte sein Gewimmer,
aufs bellen reagierte nur
stündlich seine Kuckucksuhr.

Da nahm der Graf von Litzigsteyn
sich die Leine von dem Bein.
“Witzig sein,” sprach Litzigsteyn,
“macht keinen Spaß,
so ganz allein”