Meteorologie

Klug wird der, der lang studiert
höchstes Wissen ihn dann ziert.
Jahr um Jahr, fast jede Stunde
studierte er die Wetterkunde.
Promovierte, wurde bester
nach dem siebzehnten Semester.
Im Winter meldet er Prognose:
„es wird kalt, nehmt lange Hose“,
weiß vorher, was noch keiner weiß:
„im August, da wird es heiß“,
doch heute fing der Wettermann
die Arbeit erst viel später an.
Prognosen wurden ihm verdorben.
Gestern war sein Frosch gestorben.

Oldenburger Limerick

Es machte der Sepp Bekanntschaft

mit Oldenburger Landschaft.

Zurück in Bayern schwärmt er nur

von Oldenburger Esskultur:

„einfach toll, wie viel Kohl man da ranschafft“

Wort zum Sonntag

Es wollte ein Pfarrer, mit himmlischem Segen

die Kirchengemeinde ziemlich bewegen.

Er redete lange, er predigte viel

vom heiligen Geiste, vom göttlichen Ziel,

von der Menschheit sei ein Drittel

unversorgt mit Lebensmittel.

Jeder Mensch, der dies versteht

umschließe damit sein Gebet,

sobald er aus der Kirche geht,

und möge dieses nie vergessen.

Danach ging es zum Mittagessen.

Nach der Suppe die Roulade,

wahlweise die Maispoularde,

ein zweiter Gang besteht aus Fisch,

dann kommt Dessert noch auf den Tisch,

und der Rest, der übrig blieb,

wird, das ist uns allen lieb,

in den Biomüll geschmissen.

(Müll zu trennen macht gutes Gewissen)

Neujahrswunsch

Ein Neues kommt, das Alte geht,

für vieles ist es nun zu spät,

doch es gibt ja, Gott sei Dank

im neuen Jahr den Neuanfang.

Ich bereue, denn ich Stiesel

fuhr vor kurzem einen Diesel.

Stehe hier, vor Scham errötet,

weil der Staub, der ankam, tötet.

Ich bin deutsch, ich bild‘ mir ein,

muss Vorbild für die Menschheit sein

und so viel muss noch auf Erden

verboten und verordnet werden.

Ein Beispiel sei der Weihnachtsbaum,

ich glaube, der versteht es kaum,

dass er sein Leben jung verliert

damit er Christenhäuser ziert.

Auf, eilt zur Bank, flink und behände

und unterstützt mit einer Spende

meinen Neugesetzestraum:

„Freiheit für den Weihnachtsbaum !“

Dann haben wir, das tut uns Not,

endlich mal wieder ein Verbot.

Cana Biss

In Kanada ist Canabis,

da ist die Anna sich gewiss,

im ganzen Lande, überall,

frei verkäuflich für legal.

Bei uns kauft, zum Bedauern vieler,

man Canabis beim Drogendealer.

Auch Anna kaufte da doch eben,

in Kanada würd‘ sie noch leben.

Der Bettentod

Der Genuss von Alkohol

ist nicht gütlich für Dein Wohl.

Nikotinlos lebst Du länger,

denn es macht die Adern enger.

Weiter lautet ein Befund,

Coffein sei ungesund,

auch genieße keinesfalls

Butter oder Schweineschmalz.

Unumwunden, mal ganz ehrlich,

das Leben, es ist saugefährlich.

Trink Alkohol, sei überfett,

zumeist jedoch stirbst Du im Bett.

Ja, es ist traurig aber wahr,

im Bette lauert die Gefahr.

Ich klebe dort ein Warnschild ein:

„Betten können tödlich sein“

Vaters Worte

„Mein Sohn, was soll nur aus Dir werden,

wahrscheinlich findest Du auf Erden

nie den Beruf, der zu Dir passt,

weil Du keinen Antrieb hast,

weil Dir für alles in der Welt

die Kraft und die Begabung fehlt.

Du wirst, und das befürchte ich

nie sein, so engagiert wie ich.

Verschläfst am Morgen jeden Wecker

schlecht wär das für einen Bäcker,

das fummeln an der Wasseruhr

macht Dich als Klempner nasser nur.

Leider bist Du farbenblind,

Du wirst als Maler darben, Kind.

Bist fetter als ein Briefbeschwerer,

wirst niemals ein Tieftauchseelehrer,

bist viel zu oft ein Hektiker,

drum werde nie Elektriker,

für Dich da seh ich schwarz hier.“

(Der Vater lebt von Hartz vier)

Nordseebad

Regelmäßig überfallen

mich beim baden fiese Quallen.

Habe diese Quallen satt,

bade jetzt im Hallenbad.

Hallenbäder haben Charme,

frisches Wasser, wohlig warm.

Neben mir fünf nasse Damen

die mit mir ins Wasser kamen,

höre leise eine tuscheln:

„blöd, ich find hier keine Muscheln.“

Hab mir Kommentar vermieden,

nie ist man ganz und gar zufrieden.

Fußballkarte

Ich habe, konnt es nicht erwarten,

zum Werder Bremen- Spiel die Karten

schon erworben. Ärgerlich!

Ein Problem eröffnet sich,

weil Fußball und mein Hochzeitstag

auf demselben Datum lag.

Ich verspreche nicht zuviel,

das wird bestimmt ein schönes Spiel,

falls jemand mich vertreten kann,

rufe er mich eben an.

Das wäre wirklich sehr gut!

(Meine Frau heißt Gertrud)

Winterkleidung

In der kalten Winterzeit

sind die Menschen gern bereit,

um der Kälte zu entfliehen,

warme Sachen anzuziehen.

Äusserlich stand gut sie da,

im Fellmantel vom Nutria,

doch ihr Gewissen hat gelitten

vom Tierschutz wurde sie geschnitten.

Steht gesellschaftlich am Rande,

Pelze tragen, welche Schande.

Besser sei, an kalten Tagen

einen Webepelz zu tragen.

Jetzt hat sie nun jedenfalls

auch den Umweltschutz am Hals,

denn jeder muss doch aufbegehren

gegen Plastikmüll in Meeren.

Sie bleibt, frustriert mit dicken Socken,

zuhause, hinterm Ofen hocken

und überdenkt in dieser Lage

die winterliche Kleiderfrage.