Schwermut



			
					

Der Bettentod

Der Genuss von Alkohol

ist nicht gütlich für Dein Wohl.

Nikotinlos lebst Du länger,

denn es macht die Adern enger.

Weiter lautet ein Befund,

Coffein sei ungesund,

auch genieße keinesfalls

Butter oder Schweineschmalz.

Unumwunden, mal ganz ehrlich,

das Leben, es ist saugefährlich.

Trink Alkohol, sei überfett,

zumeist jedoch stirbst Du im Bett.

Ja, es ist traurig aber wahr,

im Bette lauert die Gefahr.

Ich klebe dort ein Warnschild ein:

„Betten können tödlich sein“

Mutter’s Worte

Vom langen Leben hocherfahren

saß mit dreiundneunzig Jahren

Anton- Otto- Erich Schlenz

in der Seniorenresidenz.

Er dachte hier, an diesem Orte

oft an seiner Mutter Worte,

die er wirklich sehr verehrte

weil sie ihm so vieles lehrte:

„Du musst, mein lieber Anton, streben

nach dem gesunden, langen Leben.

Hüte Dich vor Tabakrauch

und dem Alkoholmissbrauch,

schlaf nur mit einer Frau im Bett,

iß süsses kaum, vermeide Fett.

Ich lebe, lieber Anton- Otto

jahrelang nach diesem Motto,

mäßig, keusch, mit Disziplin

bis ich hundert Jahr alt bin.“

So lehrte seine Mutter, die

verstarb sehr früh an Leukämie.

„Ohne meine Mutter wär ich“,

dachte Anton- Otto- Erich,

„jetzt mit dreiundneunzig Jahren

viel wenig weiser und erfahren.“

Denkt an seiner Mutter Worte,

drei Damen bringen Buttertorte,

schenkt rauchend sich das Schnapsglas voll

und trinkt es aus- auf Mutter’s Wohl.

Freundschaft

Nach zwanzig Bier wir tranken aus
Du mich auf die Planken haust,
und blutig ging das Zanken aus
um die kleine Frankenmaus.
Will Dir trotzdem danken; Klaus,
Du schiebst mich aus dem Krankenhaus,
es war mir ein Gedankengraus
alleine dort zu wanken raus.

Letzte Gedanken auf einer Kohlfahrt nach dem siebzehnten Bier und vierundzwanzigsten Korn, vor der Theke liegend

Trigonometrie
ist irgendwie
öde.
Blöde.
Sausackdämlich,
indogativ, diesnämlich
nur Zahlen.
Zahlen,
nichts als Zahlen.
Herr Ober, zahlen.
ZAHLEN!

Die nächste Bankenkrise (Das neue Konjunkturpaket)

Die Taschen meiner Kittel leer,
ich habe keine Mittel mehr.
Mein Auto ist dem Schrott geweiht,
Vertrauen nur noch Gott verleiht.
Wenn ich nun alle Wertpapiere,
Haus und Hof und Pferd verliere,
will ich Dir dennoch danken, Lise,
Du hilfst mir aus der Bankenkrise.
Du hörtest, wie der Bundesrat
wohl gestern Abend kund es tat
in aufgebrachten Reden,
dass, ausgemacht für jeden
der von dieser Not betroffen,
(falls er sich noch nicht totgesoffen)
im nächsten Konjunkturpaket
die Chance auf eine Kur besteht.

gerührt oder geschüttelt

An der Bar, vorm Whiskyschrank
stand zum mixen, blond und schlank
eine Whiskymixerin,
hielt das Glas dem Gaste hin,
fragt ihn ob er Wunsch verspürt
nach geschüttelt, nach gerührt.

Der Gast, er schweigt die Dame an
weil er nur eines denken kann:
„wie kann ich ihr jetzt bloß vermitteln-
…ich wär gerührt, wenn sie ihn schütteln.“