Oper

Ich möchte eine Oper schreiben

denn wirklich gute Opern bleiben

den Menschen im Gedächtnis hängen,

besonders die mit Überlängen.

Die Oper handelt von der Frau,

jung und schön, die Augen blau,

mit runden Formen gut bestückt,

die ständig ihren Mann betrügt.

Der Dirigent erhebt den Takt-

stock für den ersten Akt.

Ein Schrank, ein Stuhl, ein Doppelbett,

die schöne Frau singt im Duett

mit ihrem Liebhaber das Lied:

“Sieh, wie mein Herz in Deines zieht”.

Vom Liebhaber erscheint die Gattin,

furienzornig, und sie hat in

der rechten Hand den Schnellkochtopf.

Sie schlägt ihn auf des Gatten Kopf.

Schlägt einmal zu, schlägt zweimal zu,

sie singt dabei “Mein Schatz warst Du”.

Sein Blut ergießt sich auf den Schrank

bei herzergreifenden Gesang.

“Ich musste meinen Mann ermorden,

denn untreu ist er mir geworden.”

Traurig singt sie dieses Lied

während er vom Leben schied.

Noch während sie es vorsang

zur Pause fällt der Vorhang.

Der Dirigent erhebt den Takt-

stock für den zweiten Akt.

Auf der Bühne seht ein Chor,

aufgebahrt liegt tot davor

der Galan der umgebracht,

daneben seine Frau- sie lacht.

Tanzt und singt im bunten Kleid

“Ich fühle mich von dir befreit”.

Doch ihre Nebenbuhlerin

schleicht sich leise zu ihr hin.

Tragend singt der Tauerchor

die Arie vom Himmelstor.

Die Frauen schlagen auf sich ein,

jede stirbt für sich allein.

Daraufhin der Chor verstummt,

ein Soldat betritt vermummt

die Bühne von links vorne her

und zückt das Repetiergewehr.

Nun singt der Chor wie zum Finale:

“Sterben müssen wir wohl alle”.

Der Soldat mit dem Gewehr

schießt seine Magazine leer.

Da niemand sich auf Bühne regt

der Vorhang sich zur Pause legt.

Der Dirigent erhebt den Takt-

stock für den letzten Akt.

Doch die Bühne bleibt leer,

es lebt keiner mehr.

Orchesterspielwunsch

Gemeinsam und  synchron  mit  vielen 

Menschen  im  Orchester spielen, 

ach, das wäre sicherlich 

wunderbar für mich. 

Wenn sich  dann  der Taktstock hebt, 

über mir im  Raume schwebt, 

wenn  es leise  wird  im  Saal, 

und  plötzlich, alle auf  einmal 

die  Sprache  überwinden, 

sich  in  Musik zusammenfinden, 

wenn  sich  Japaner, Afrikaner, 

Chinesen, Deutsche, Kolumbianer 

im  Orchester wiederfinden 

und  sich  durch  Musik verbinden. 

Land, Kultur und  Sprache 

werden  Nebensache,

und  nur eins vereinigt  sie: 

die Sprache einer Symphonie. 

Oh wi e gerne möchte ich  ein 

Teil dieses Orchesters  sein, 

doch  an  mir  man  schnell verzage, 

geige nur in  erster Lage, 

spiele  nicht  mal wirklich  schöne, 

anhörbare Flötentöne, 

habe Instrumentspielmangel, 

will Solovertrag  für Triangel. 

Ja, das wär ein  Ding 

……. Ping

Musikbindung

Herr Hecht und Frau von Haklichkeit 

die saßen nach der Mittagszeit 

sich gegenüber im Cafe, 

in Hamburg, nah der Elbchaussee. 

Es spürte Frau von Haklichkeit 

Herr Hecht, der litt an Einsamkeit. 

Sie sprach ihn an, 

dass dann und wann 

er öfter sitze nebenan 

und sie, die Frau von Haklichkeit 

sei gern zu einem Plausch bereit. 

Herr Hecht blieb still am Nachbartisch, 

verhielt sich stumm, 

stumm wie ein Fisch. 

Da weinte Frau von Haklichkeit 

ob ihrer eignen Einsamkeit. 

Es spielt ein Stück von George Bizet 

im Cafe an der Elbchaussee 

ein Geiger, dem es gut gefällt 

wenn er die Gäste unterhält. 

Da sah ein helles Augenleuchten 

Frau Haklichkeit durch ihre feuchten 

Tränenaugen bei Herrn Hecht,

und sie wusste nun, er findet, 

dass Musik einen verbindet. 

Nun sitzen sie, auch ohne Worte 

täglich bei Musik und Torte 

zusammen glücklich im Cafe, 

in Hamburg, nah der Elbchaussee.