Paradies

Ich glaube der Zustand im Paradies

gleicht dem Leben im Rentnerverein.

Wenn wirklich Gott es schaffen ließ,

muss er wohl alt gewesen sein.

Es stellt sich für mich so dar, wie

eine öde Monarchie,

nur einer, der für alle denkt,

der jedermanns Geschicke lenkt.

Im Paradies herrscht keine Eile,

ein jeder ist dem andern gut.

Welch Zustand voller Langeweile,

wenn man auf rosa Wolken ruht.

Im Paradies herrscht ständig Stille,

zu essen gibt es Haferschleim,

und sei es auch mein letzter Wille,

ich will nicht in dies Altenheim.

An den Tod will ich nicht denken

denn mir ist meine Lebenszeit

zu wertvoll um sie zu verschenken

an unbekannte Ewigkeit.

Wenn ich dann sterbe folgt das Nichts,

die Blumen dann mein Grab bedecken.

Mich kann, des Todes angesichts,

das Paradies am Arsche lecken.

Fliegenbienchen

Trullerus und Trullerinchen
waren kleine Fliegenbienchen,
flogen über Tal und Hügel
mit den kleinen Trullerflügel,
summten hier und brummten dort,
trullerten in einem fort,
setzten ihre Trullerbeine
mal auf Blumen, mal auf Steine.

Eines Tags sprach Trullerinchen:
“Trullerus mein liebstes Bienchen,
lass uns beide Hand in Hand,
fliegen in das Trullerland,
dort wo Milch und Honig fließt,
weil dort immer Frühling ist.
Gib mir schnell noch einen Kuss,
komm wir starten, Trullerus”.
Ja so flogen sie dahin,
Trullerland und Glück im Sinn,
liefen manchmal auch zu Fuß,
Trullera und Trullerus.

In der Sonne spann die Spinne,
über eines Baches Rinne,
sich ihr Netz, fast unsichtbar,
weil die Spinne fleißig war.

Im Morgenflug rief Trullera:
“Trullerus, das Ziel ist nah.
Dort hinter des Berges Wand,
liegt das gelobte Trullerland”.
Nachdem sie dieses ausgesprochen
hat sie sich ihr Genick gebrochen.
Sie waren in das Netz geflogen,
das die Spinne hat gezogen.
Der Traum vom schönen Trullerland,
war aus, als sie die Spinne fand.
Und die verspeiste mit Genuss
Trullera und Trullerus.